Ist Ihr Kanal dicht?

Es geht hier um die Leitungsverbindung von Gebäuden mit dem öffentlichen Abwasserkanal.

Diese Kanäle bestehen oft aus glasierten Tonrohren, die bei Veränderungen der umgebenden Bodenstrukturen beschädigt werden können. Erdbeben, Bodensenkungen, Unterspülungen, Baumwurzeln oder die fehlerhafte Verlegung sind mögliche Ursachen.

Schadensbilder zeigen zerbrochene oder gerissene Rohre, beschädigte Muffen, verrutschte Dichtungen, eingewachsende Wurzeln, etc..

Die Überprüfung der Kanäle mittels Kamera – durchfahrten kosten je nach Länge des Kanales ca. 200,– bis 500,–. Die vielleicht notwendige Reparatur durch Einführung einer Kunststoffinnenauskleidung ( Inlinertechnik ) kostet ca. 200,– / Meter. Ist die Reparatur in dieser Form technisch möglich, können Sie sich den Bagger sparen.

Der nicht mehr nur diskutierte Klimawandel mit einer stetig zunehmenden Anzahl extremer Wetterereignisse wie Starkregen und der damit einhergehenden plötzlichen Überlastung der öffentlichen Kanäle bringt die Gefahr von Rück – stau im privaten Abwasserkanal mit sich. Die Folge kann bei vorliegender Undichtigkeit das verstärkte Austreten der privaten Abwässer in das umgebende Erdreich führen.

Die Sorge der Fachleute gilt der Gefahr der Verunreinigung des Grundwassers durch das Austreten von Abwasser mit schädlichen Inhaltsstoffen wie Fäkalien, Haushaltsgiften, Arzneimittelrückständen etc.

Ursprünglich hatte der Gesetzgeber alle Hauseigentümer zur Überprüfung auffordern wollen. Bürerproteste hatten dazu geführt, dass nun nur noch Anlagen in Wasserschutzgebieten überprüft werden müssen. So hat man die Anzahl der Verpflichteten von 3,5 Millionen auf ca. 400.000 reduziert.

Dazu muss man wissen, dass nur ein geringer Anteil der Gesamtfläche unseres Landes tatsächlich Wasserschutzgebiet ist ( ca. 12 % ) Nun sind aber erhebliche Teile der dicht besiedelten Gebiete von NRW betroffen und damit sehr viele Anlagen in unserer Nachbarschaft; z. B. ist das Gebiet der Stadt Ratingen beinahe vollständig zum Wasserschutzgebiet erklärt; in Düsseldorf sind 30 % und in Köln 50 % betroffen, in Essen sind es die gewässernahen Stadtteile, in denen Kontrollpflicht besteht.

Der Gesetzgeber denkt über Erleichterungen für den Bürger nach.

Bisher gilt in NRW verbindlich eine Verpflichtung für Hauseigentümer in Wasserschutzgebieten, bis Ende 2020 die Dichtigkeit des Hausanschlusses überprüfen zu lassen.

Diese Regelung gilt für Anlagen, die nach 1965 erstellt wurden.

Ältere Anlagen hätten bis 2015 überprüft werden sollen.

Derzeit diskutieren Politiker in NRW die Vereinfachung des Verfahrens. Man spricht über Kriterien, die vorliegen müssen, wenn der Kanal überprüft werden muss.

… und das alles vor dem Hintergrund, dass viele Fachleute die ” Gefahr ” für das Grundwasser durch private Abwässer bezweifeln.

Wolfgang Kartheuser

Wolfgang Kartheuser


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