… von wegen Mietpreisbremse!

Die Kostenlawine droht Mieter und Vermieter zu überrollen.

 

Die Idee ist immer noch gut – nur die Umsetzung löst das eigentliche Problem nicht. Die geplante und zum Teil schon in besonders kritischen Städten – man hat tatsächlich die richtigen ausgewählt – umgesetzte Mietpreisbremse wird sicher zu einer geringfügigen Verbesserung der

Situation der Mieter beitragen.

ABER!!!

Die reine Nettokaltmiete ist nur ein Faktor der ganzen Kostenbelastung des Mieters – und des Vermieters. Die Nebenkosten explodieren und steigen ständig weiter.

Die Städte erhöhen die Grunderwerbssteuer: Was mal 2 % war beträgt nun z. T. bis zu 6,5 %. Die Städte erhöhen die Grundsteuer: Beispiele aus dem Umfeld: In Velbert waren es gerade noch 400% Hebesatz und nun sind es 500 % – eine Erhöhung von 25 %! In Heiligenhaus wird der Hebesatz von 410 auf 590 Punkte gebracht – das wären dann 30% ( Mit der Begründung, dass damit eine fällige Gewerbesteuerrückzahlung kompensiert werden müsse???

Städte und Gemeinden  nagen zu einem großen Teil am Hungertuch. Das Land und der Bund müssen finanziell helfen, um weitere Kostenerhöhungen, die an Mieter weitergegeben werden können, zu verhindern. ( Es reicht einfach nicht aus, dass Herr Schäuble sich über weiterhin sprudelnde Steuerfluten freut – Städte und Gemeinden müssen beteiligt werden, um attraktive Wohnbedingungen für ihre Bürger anbieten zu können. )

Aber es gibt auch Sparpotentiale, die jedem zu Gebote stehen:

Besonders teuer ist der nachlässige Umgang mit Müll. Die Gebühren steigen ungebremst von Jahr zu Jahr. ( Das hat natürlich auch damit zu tun, dass die Verbrennung – die derzeit hauptsächliche Entsorgungsmethode – durch steigende Energiepreise exponentielle Preis – Steigerungsraten erlebt.)

Hier kann der Mieter und natürlich auch der Vermieter aktiv gegensteuern. Trennen Sie wiederverwertbare Rohstoffe wie Glas, Pappe, Papier, Metall, Kunststoffe, Biomasse und dergleichen vom Restmüll. ( Sie werden staunen, wie wenig da bleibt! )

Die Entsorgung der ausgesonderten Müllanteile ist mühsam aber kostenlos. Als Hauseigentümer haben Sie sicher kein Problem mit der Zwischenlagerung der Kostbarkeiten … als Mieter müssen Sie Ihren Vermieter dazu bringen, den geeigneten Platz bzw. die passenden Behältnisse zur Verfügung zu stellen. Mit einem Hinweis auf seine Verantwortung gegenüber der Umwelt werden Sie sicher erfolgreich sein.

In den ” mietgebremsten ” Städten unseres Landes kommen weitere Nebenkosten ganz anderer Art auf die Mieter zu. Es droht der Wegfall von Renovierungen und Sanierungen durch den Vermieter nach einem Mieterauszug. Etwa 40 % der Wohnungen werden zur Zeit nach Auszug des Mieters renoviert, die Mietpreisbremse bremst den Elan der Vermieter auf gerade noch 20 % ab.
Gleiches gilt für die Bereitschaft der Vermieter, Modernisierungsmaßnahmen bei Auszug des Mieters durchzuführen. Waren es bisher fast 25 % so werden nach dem Tritt auf die Bremse nur noch 13 % eine Modernisierung erfahren.

Vermieter werden zukünftig nur noch sehr ungern dringend erforderliche Schönheitsreparaturen zum Wiederherstellen des Wohnwertes durchführen. ( Das Tapezieren und Streichen der Wände und Decken z. B. )

Die Kosten hierfür werden in vielen Fällen den neuen Mietern entstehen – da sind dann mal eben ein paar Tausend Euro fällig bevor Sie eingezogen sind!

Mit anderen Worten: Der Tritt auf die Bremse hat eine Fülle von Konsequenzen, die die Bremser vielleicht nicht bedacht haben. Die Nachteile zu kompensieren ist nun Aufgabe der Politik.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Kartheuser

Kartheuser Immobilien

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