Dicht oder nicht? Muss Ihr Heizöltank geprüft werden?

Eine kleine Meldung des Umweltamtes des Kreises Mettmann macht auf Prüfpflichten für Heizöltanks aufmerksam. Ursächlich für diesen Hinweis ist die Neuauflage der ” Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen ” kurz AwSV vom 18.04.2017.( 58 Seiten. ) Dafür ursächlich ist eine Richtlinie des Europäischen Parlamentes und des Rates.

Tausende von Alt – und Neuanlagen sind davon betroffen. Allerdings gibt es da ganz große Unterschiede!

Alt und Neu hatten wir schon – oberirdisch und unterirdisch gibt es auch noch: Damit meint der Verordnungsgeber zum einen Kellertanks und zum anderen die im Garten vergrabenen.

Dann muss auch noch geprüft werden, wo der regionale Standort der Tankanlage sich befindet. Im Kreis Mettmann z. B. gibt es vier Wasserschutzgebiete, in denen lediglich oberirdische Kleinanlage mit bis zu maximal 1.000 Liter Speichervermögen von jeglicher Prüfpflicht ausgenommen sind.

Die zu beachtenden Wasserschutzgebiete liegen im Kreis Mettmann in Baumberg, in Langenfeld – Monheim, in Ratingen – Broichhofstraße und in Sandheide – Sedental. ( Das sind im übrigen auch die Gebiete, in denen die Dichtigkeit von Hausabwasseranschlüssen durch eine Prüfung nachgewiesen werden muss. Die ursprünglich verordnete Prüfpflicht für alle Anschlüsse in ganz NRW hatte der Gesetzgeber nach massiven Protesten zurücknehmen müssen. )

Das nächste Kriterium ist die Lagerkapazität. Die Verordnung unterscheidet drei Größen: Bis 1.000 Liter, über 1.000 bis 10.000 Liter und über 10.000 Liter.

Bei diesen Angaben möchten wir darauf hinweisen, dass nicht der Inhalt der Anlage maßgeblich ist sondern das Fassungsvermögen. Aber das nur am Rande.

Noch was Prinzipielles: Unterirdische, sog. Erdtanks müssen immer geprüft werden – im Schutzgebiet und ausserhalb.

Bei der Inbetriebnahme oder einer wesentlichen Änderung, danach alle fünf Jahre und bei einer Stilllegung. Mit einer Ausnahme: Erdtanks in Schutzgebieten müssen regelmäßig noch öfter nämlich alle 2,5 Jahre einer Prüfung unterzogen werden.!

Oberirdische Tanks mit mehr als 1.000 Liter Lagerkapazität müssen vor Inbetriebnahme / bei einer wesentlichen Änderung und danach wiederkehrend in einem Abstand von fünf Jahren geprüft werden.

Bei Stilllegung der Tankanlage bleiben nur die oberirdischen ausserhalb des Schutzgebietes bis 10.000 Liter und die bis 1.000 Liter innerhalb des Schutzgebietes von der Prüfpflicht ” verschont “.

Die komplizierte, recht unübersichtliche Differenzierung mag Gründe haben – einfacher wäre eine grundsätzliche Prüfpflicht ab einer bestimmten Größe – egal wo.

Für die Versicherungen scheint es eine untere Grenze nicht zu geben. Jeder Tank sollte versichert sein! Denn Schäden sind auch bei geringen Austrittsmengen sehr teuer. Mehr als fünf Millionen Anlagen sind in Deutschland installiert – es besteht ein dringender Regelungs – , , Prüf -, bzw. Versicherungsbedarf.

Wir raten dringend zur Einhaltung der Verpflichtung zur verordneten Prüfung, denn Versicherungsgesellschaften könnten sich bei grober Fahrlässigkeit ihrer Ersatzpflicht entziehen.

Zur Abnahme der verordneten Prüfungen sind Fachleute zugelassen. Folgt man allerdings dem link auf der Seite www.kreis-mettmann.de ( Rubrik Umwelt und Natur / Prüfpflicht für Heizöltanks), dann landet man nicht bei der Liste der zugelassenen Fachleute sondern bei einer 21 Seiten umfassenden Auflistung von Organisationen aus fast ganz Deutschland, die zur Abnahme von Prüfungen der Prüfer zugelassen sind. In NRW wendet man sich am besten direkt an das Amt für Natur und Umwelt und Verbraucherschutz.

Wolfgang Kartheuser

Wolfgang Kartheuser


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