Bergschäden… gibt es die denn bei uns auch?

Bergschäden gibt es überall – überall dort, wo bergbauliche Maßnahmen stattgefunden haben oder noch stattfinden und stattfinden werden.

Und das genau ist das Problem. Keiner weiß sicher, wo und wie genau unsere Altforderen den Bergbau betrieben haben.

( In diesem Zusammenarbeit sei nochmals erinnert an mögliche Folgen des unsäglichen Fracking! )

Die ” Essener Überraschung ” ist somit keine – was daran mehr als verwundert, ist die grenzenlose Naivität der Verantwortlichen. Überall im Ruhrgebiet muss man mit Bergschäden rechnen, das
nicht zu tun ist etwa so aussichtsreich wie zu hoffen, dass ausgerechnet in dem Stück Schweizer Käse, das ich mir ausgesucht habe, keine Löcher sein werden!

Die ” Essener Überraschung ” besteht aus Hohlräumen, die vermutlich von Bergleuten hinterlassen wurden, die vor vielen Jahren dort in der Nähe des Bahnhofes ” wild ” gegraben haben – soll heißen,
sie haben nicht für eine der bekannten bergbaubetreibenden Firmen sondern vielleicht sogar auf eigene Kappe ohne Genehmigung Kohle gesucht. Dafür spricht zum einen die geringe Tiefe der Hohlräume wie auch das Fehlen von Aufzeichnungen über die Lage dieser.

Neben der o. b. Art der Gefährdung durch Bergschäden gibt es eine leider fast unbegrenzte Vielfalt von Ursachen und Auswirkungen von menschlichen Eingriffen in den ” Berg “.

Ursachen können ober – und unterirdische ( Tagebau und ” Tiefbau ” ) Gewinnungsbemühungen sein;  dazu gehören die Suche und das Erschließen von Lagerstätten aller durch den Menschen verwendbarer Stoffe. Braunkohle, Steinkohle, Metall – und andere Erze, Gesteine und Sande, Erdgas und – öl, Ölschiefer, Ölsande, Wasser, etc.

Auswirkungen können Senkungen und Hebungen, Verschiebungen und
Erdbeben sein – um nur ein paar zu nennen.

Für den Immobilienbereich hat das bereits etliche Auswirkungen gehabt: Erkannte und anerkannte Bergschäden an bestehenden Gebäuden sind bereits behoben oder zumindest entschädigt. ( Soll heißen, es wurde der Wert des Schadens festgestellt und der Immobilieneigentümer hat eine
Leistung als Kompensation erhalten. )

Zukünftige Schäden an bestehenden Gebäuden werden in gleicher Weise
abgewickelt werden.

Zukünftige Baumaßnahmen haben den Vorteil, dass vor ihrer Erstellung der Baugrund untersucht werden muss – das ist eine mittlerweile zwingende Voraussetzung für die Erteilung einer Baugenehmigung. Man sollte davon ausgehen können, dass in der Regel damit zukünftige Schäden vermieden werden.

Leistungsverpflichtet sind die Verursacher. Die sind im Übrigen auch dazu verpflichtet, den Nachweis zu erbringen, dass sie es nicht gewesen sind dann wenn man sich streitet.

Im Ruhrgebiet ist oft die RAG der Verursacher oder der Rechtsnachfolger der historischen Bergbaufirmen. ( Die RAG hat mittlerweile eine Stiftung gegründet, die Mittel erwirtschaften soll, die dem genannten Zweck zugeführt werden müssen. )

Ein großes Problem stellen die Fälle dar, in denen der Verursacher nicht zu ermitteln ist. ( … wie es wohl auch in Essen kommen könnte. ) Dann muss damit gerechnet werden, dass der Betroffene seinen Schaden selbst zu tragen hat.

Für Immobilieneigentümer gilt: Jeden, auch nur vermuteten Schaden melden. Checken Sie Ihr Gebäude immer wieder auf Risse und andere Veränderungen – im Zweifel helfen Ihnen Gutachter. Fragen Sie die RAG.

Für Bauherrn gilt: Nutzen Sie alle Quellen während der Planung. Fragen Sie die Nachbarn, der ” Opa ” von nebenan ist ein hilfreicher Informant, betrachten Sie die Gebäude im Umfeld sorgfältig, fragen Sie die RAG nach deren Aufzeichnungen und Erkenntnissen, etc. .

Für Immobilienkäufer gilt:  … das schon Gesagte und die wichtige Prüfung des Grundbuches. Dort könnte Sie eine Eintragung stutzig machen: Ein Bergschadenverzicht. Dieser Begriff meint den Fall, in dem Ihr Vorbesitzer bereits kassiert hat – eine massive Entwertung des Grundbesitzes! … auch im Hinblick auf mögliche weitere Schäden!

In vielen Grundbüchern finden sich außerdem Eintragungen von Lasten, die z. B. verbieten, dass der Grundbesitzer auf seinem Eigentum Kalkstein oder andere Stoffe abbaut. Es gibt dann in der Nachbarschaft sehr wahrscheinlich ein Unternehmen, das auch im Grundbuch stehen muss, dass gerade diese Nutzung zu seinem Geschäftszweck erklärt hat. Dort sollte man sich sehr gewissenhaft nach früheren, aktuellen und geplanten ” Bodenveränderungen ” erkundigen.

… und zu guter Letzt fragen Sie unbedingt den ortsansässigen Immobilienspezialisten,
– Makler und Gutachter, der in seiner langjährigen Schaffenszeit jedes Signal aus dem
Untergrund seines Wirkungsbereiches abgespeichert hat.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Kartheuser


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