Aktueller Zustand des Marktes

Der Immobilienmarkt in unserem Raum, der Region um Düsseldorf, Essen und Wuppertal kann unter bestimmten Aspekten durchaus als homogen beschrieben werden. Düsseldorf und der Raum um die Landeshauptstadt zeigen sicherlich einige abweichende Tendenzen, die aber eher das preisliche Niveau der verschiedenen Immobilientypen betreffen.

Grundstücke: Es kann, nein, es muss festgestellt werden, dass es immer weniger verfügbare und bebaubare Grundstücke für den privaten Bauherrn gibt. Hier sind immer noch die Städte und Gemeinden in der Pflicht. Die Ausweisung geeigneter Flächen ist deren Aufgabe. Zugegeben, die gesetzlichen Auflagen sind nicht leicht zu erfüllen, dennoch gibt es Möglichkeiten: Zum Beispiel können sogenannte „Schrottimmobilien“ angegangen werden. Hier haben die Kommunen durchaus Mittel und Wege, die auch das Werkzeug der Enteignung einschließen – sie müssen sie nur nutzen. Die Beschleunigung und Vereinfachung der Baugenehmigungsverfahren sollte eine flankierende Maßnahme bilden – hier gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf.

Wohnungen zur Miete: Hier muss man feststellen, dass die sicher gut gemeinten aber leider ohne ausreichende Sachkenntnis beschlossenen und durchgeführten dirigistischen Eingriffe des Gesetzgebers eher kontraproduktiv sind. Das Stichwort „Mietpreisbremse“ verdient seinen Namen nicht wirklich – dringend benötigter, neuer Wohnraum wurde dadurch nicht geschaffen… und der ist erforderlich, um den Bedarf zu decken. Es fehlen also immer noch große, bezahlbare Wohnungen für Familien und altengerechte, barrierefreie Wohneinheiten für das immer größer werdende Klientel der Senioren. Als Folge dieser Umstände ist eine steigende Tendenz bei den Mieten zu beobachten. Die Landeshauptstadt steht da mit Abstand an der Spitze.

Wohnungen zum Kauf: Das Angebot gebrauchter, sogenannter Bestandsimmobilien ist klein und im Vergleich zum Zustand zu teuer – was sich gegenseitig bedingt. Hier regiert das eigentlich simple Gesetz von Angebot und Nachfrage. Die – vergrößerte – Nachfrage entsteht auch durch Mieter, die nicht das Passende zur Miete finden und natürlich auch durch Kapitalanleger, die keine andere Anlageform (mehr) verfolgen wollen. Das Angebot von Neubauimmobilien ist ganz ordentlich aber auch ordentlich teuer! Auch hier spielt der knappe Grundstücksmarkt eine teure Nebenrolle. Dazu kommen gestiegene Baupreise, die zum Teil auf gestiegene Anforderungen des Gesetzgebers zurückzuführen sind. Die Energiesparverordnung kann hier als Beispiel genannt werden.

Familien-Häuser zum Kauf: Der Markt ist bei den Bestandsimmobilien leergefegt – vernünftige Objekte sind ganz schnell verkauft – wir kommen hier auf Vermarktungsgeschwindigkeiten, die an die berühmten warmen Semmeln denken lassen – und das bei Preisen, die sehr ordentlich zu nennen sind. Beim Neubau ist das Angebot viel größer… und viel teurer. Die derzeitige Zinssituation macht zwar vieles möglich, was bisher nicht so leicht zu stemmen war, aber 350.000 Euro für ein Reihenhaus sind schon eine Ansage. Da sind schon zwei Verdiener in der Familie erforderlich – oder die Oma hatte einen sehr dicken Strumpf!

Mehrfamilienhäuser zum Kauf: Das Angebot vernünftiger Objekte ist spärlich und teuer. Die Nachfrage ist – aus oben schon geschilderten Gründen – riesig. Diese Situation wird sich nicht ändern, da der Bestand dieser Objekte nicht beliebig vermehrt werden kann. Schlussfolgerung: Die angespannte Marktsituation ist für den Laien riskant. Die Beurteilung des Angebotes, also des Objektes der Begierde, durch den Fachmann ist notwendiger denn je. Das berühmte Schnäppchen – „Nur von privat zu privat!“-Angeboten – kann zum größten Reinfall der Familiengeschichte werden. Gutachter und Sachverständige, die Sie bei seriösen Banken und Maklerunternehmen finden, können verhindern, dass Sie Schaden nehmen.

Wolfgang Kartheuser

Wolfgang Kartheuser


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