“Multimillionär sucht Villa.”

So oder so ähnlich lauten viele Anzeigen in den Immobiliensuchanzeigen der Zeitungen. “… für verschiedene Führungskräfte”, “Steuerberater”, “Privatinvestor”, “… für leitende Angestellte”, “Dachdeckermeister”, “10 Mio – Immobilie für Kapitalanleger, sind nur ein paar weitere Beispiele.

Ganz abgesehen davon, dass sich die Anzahl der Anzeigen insgesamt erheblich verringert hat – den viele Seiten umfassenden Immobilienteil vom Samstag gibt es nicht mehr – kann festgestellt werden, dass es mittlerweile fast mehr Suchanzeigen als Angebote gibt. Das betrifft die absolute Zahl – noch schlimmer sieht es
aber aus, wenn man dann auch noch die Qualität betrachtet.

Zum einen gilt es, zwischen privaten und kommerziellen Anzeigen zu unterscheiden  – zum anderen sollte die Glaubwürdigkeit einer Suchanzeige untersucht werden.

Grundsätzlich spielen Anzeigen des genannten Typs mit einer Erwartungshaltung des verkaufswilligen Immobilien – Eigentümers: Da gibt es einen perfekt zu meiner Immobilie passenden, äußerst solventen Interessenten, der mit großer Sicherheit für meine Immobilie in Frage kommt – so die provozierte Erwartung.

Geht man dann aber mal ins Detail wird man feststellen, dass die Gewissheit so groß nicht sein kann. Weder der Ort noch die gewünschte Größe der gesuchten Immobilie ist dort angegeben.

Viele Anzeigen dieser Machart machen nicht erst auf den zweiten Blick misstrauisch. Fast immer sind Unternehmer, Millionäre, Führungskräfte, leitende Angestellte, Professoren, Oberstudienräte, Investoren, Manager von namhaften Unternehmen der Deutschen Spitzenklasse (“Dax – geführt” – darunter tun wir´s nicht!) die möglichen Käufer.

Es entsteht der Eindruck, bzw. soll der Eindruck entstehen, dass auf diese Art und Weise ganz schnell jede Immobilie ihren Käufer findet. Es entsteht fernerhin der Eindruck, dass Makler – denn die sind die Inserenten – nur höchstwertige Ware handeln.

Unsere Erfahrung sieht anders aus.

Die Suche eines Käufers bzw. Objektes für diesen ist ein sehr aufwendiger Prozess, der mit der oben beschriebenen “Schleppnetztechnik” nicht viel zu tun hat.

Das beginnt schon mit der umfangreichen Wunschaufnahme beim Kaufinteressenten. Das dazu erforderliche persönliche Gespräch nimmt durchaus schon mal ein bis zwei Stunden in Anspruch. Das Ergebnis kann einfach nicht auf den simplen Satz, “Millionär sucht Villa” reduziert werden.

Und ausserdem suchen weit mehr “Normalverdiener” als “Millionäre”.

Soll heissen, gehen Sie als Verkäufer zum ortsansässigen Makler mit dem besten Ruf und Sie werden auch für Ihre Standardimmobilie, die nicht im oberen Preissegment angesiedelt ist, bald einen solventen Käufer nachgewiesen bekommen.

Das in den Suchanzeigen benannte kaufwillige Publikum ändert übrigens öfter mal den Namen: Vor etlichen Jahren waren es japanische Konzerne, dann waren die russischen Oligarchen dran, diese wurden durch arabische Prinzen abgelöst und jetzt muss der simple MultiMillionär den Anschein unbegrenzter Kaufwilligkeit demonstrieren.

Wolfgang Kartheuser

Wolfgang Kartheuser


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