Grundstücksmarktbericht 2017: Steigende Immobilienpreise bei ungebrochen hoher Nachfrage nach Immobilien in hochwertigen Lagen und in Neubaugebieten.

Tim Kartheuser, Diplom-Ökonom und Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) für Grundstücksbewertung, Gesellschafter-Geschäftsführer der Kartheuser Immobilien GmbH in Velbert und Ratingen

Tim Kartheuser, Diplom-Ökonom und Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) für Grundstücksbewertung, Gesellschafter-Geschäftsführer der Kartheuser Immobilien GmbH in Velbert und Ratingen

Velbert. Im kürzlich erschienenen Grundstücksmarktbericht 2017 präsentiert der Gutachterausschuss in der Stadt Velbert seine vorläufigen Endergebnisse für den hiesigen Grundstücksmarkt im Jahr 2016. Dabei wurden in Velbert insgesamt 798 Immobilienkaufverträge mit einem Geldumsatz von rd. 188 Mio. € registriert und ausgewertet. Dies sind 88 Immobilienverkäufe mehr und ein um 31 % höherer Geldumsatz als im Jahr 2015. Nahezu in allen Teilmärkten (Unbebaute Grundstücke, Bebaute Grundstücke und Eigentumswohnungen) erleben wir Rekordergebnisse im Vergleich zu den Vorjahren. „Dafür sind aber bei den unbebauten Grundstücken beispielsweise die Verkäufe in den Wohngebieten Hügelstraße und Jahnsportplatz in Neviges verantwortlich. Im Teilmarkt der bebauten Grundstücke stellen wir bei gepflegten Bestandsimmobilien in guten Lagen und den Neubauvorhaben das größte Interesse fest“, so Tim Kartheuser.

Die gestiegene Nachfrage schlägt sich natürlich in den Immobilienpreisen nieder:
Bei Neubaugebieten in guten Lagen, gepflegten Einfamilienhäusern und projektierten Eigentumswohnungen sind weiterhin steigende Preise zu beobachten.

Frau Dipl.-Ing. Stefanie Glaubitz, die Vorsitzende und Geschäftsführerin des Gutachterausschusses, berichtet dazu: „Die große Aktivität am Grundstücksmarkt – insbesondere in mittleren und guten Lagen – führt in diesen Bereichen unweigerlich auch zu höheren Bodenrichtwerten.“ Beispielsweise habe sich der Bodenrichtwert im Bereich der Blumen- und Dürerstraße in der Stadtmitte von 290,- €/m² im Jahr 2013 auf nun 330,- €/m² entwickelt, ergänzt Tim Kartheuser.

Im Bereich der Mehrfamilienhausverkäufe berichtet der Gutachterausschuss von insgesamt 34 Verkäufen, die allerdings eine so große Bandbreite aufweisen, dass die Mittelwerte nicht zur Beschreibung von Standardwerten herangezogen werden können. Mit größter Vorsicht im Hinblick auf die wirtschaftliche Restnutzungsdauer und mögliche gewerbliche Mietanteile der Gebäude ist daher auch der sogenannte Rohertragsfaktor anzuwenden. Der auch als Maklerformel bezeichnete Faktor beträgt in Velbert für den Zeitraum 2015 und 2016 11,2.

Wohnungseigentum wurde in 2016 für rund 17,9 Mio. € veräußert. Davon waren 36% Neubauten und 64% Wiederverkäufe. Der Quadratmeter einer Neubaueigentumswohnung kostete dabei durchschnittlich 2.419,- €, der einer wiederverkauften Bestandsimmobilie 1.249,- €.

Bei den gewerblichen Bauflächen zeigt sich ein anderes Bild. In 2016 wurden lediglich zwei Verkäufe registriert (in 2015 waren es noch vier). Auch das Preisniveau liegt mit 54,- €/m² um 8,- €/m² unter dem des Vorjahres. „Diese Situation ist aber eindeutig der Tatsache geschuldet, dass es nicht genug geeignete Gewerbeflächen in Velbert gibt und gab. Im Falle der Entwicklung neuer Gewerbegebiete würde sich sicherlich ein ganz anderes Bild zeigen.“

Meine Einschätzung:

Verglichen mit den Nachbarstädten sind die Immobilienpreise in Velbert noch auf einem verhältnismäßig moderaten Niveau. In guten Lagen und bei sehr gepflegten oder neuwertigen Immobilien stellen wir nach wie vor reges Interesse auch von Kaufinteressenten aus dem Essener Süden, Ratingen und Düsseldorf fest. Der Lückenschluss der A44 wird sich hier mutmaßlich verstärkend auswirken. Ich rechne in diesem Segment daher auch in den nächsten Jahren mit einer Steigerung der Preise, weil die Experten auch beim Zinsniveau keine massiven Sprünge vorhersagen. Alle weiteren Marktsegmente profitieren natürlich auch von den günstigen Zinsen und dem allgemein sehr aktiven Marktgeschehen. Ich rechne aber damit, dass sich die „Zweiklassengesellschaft“ auf dem Velbert Immobilienmarkt weiter ausprägt. Die Preise für Immobilien mit Instandhaltungsdefiziten in unterdurchschnittlichen Lagen werden auch zukünftig eher stagnieren.

Die Entwicklung neuer Gewerbeflächen, bspw. an der Langenberger Straße, ist auch im Hinblick auf die Ansiedlung neuer Unternehmen, unbedingt erforderlich.

15.05.2017, Pressemitteilung

Tim Kartheuser

Tim Kartheuser

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