Der Ton macht die Musik… Experte Wolfgang Kartheuser über die große Hektik im Immobilienmarkt

Die Lage am Immobilienmarkt ist allseits bestens bekannt: Es gibt zu wenig gute Objekte in begehrten, nachgefragten Lagen zu einigermaßen akzeptablen Preisen. Gut für die Verkäufer – weniger gut für die Käufer.

Durch die beschriebene Situation hat sich eine große Hektik im Markt breitgemacht. Jeder meint, zu spät zu kommen, nichts mehr zu bekommen – keine Wohnung, kein Haus, keinen Käufer, keinen Kredit, und, und, und… Subjektiv betrachtet, mag der Einzelfall tatsächlich diesen Schluss zulassen. Objektiv gesehen – und das ist die Perspektive des Maklers – ist eher richtig, dass es zugegebenerma- ßen schwerer geworden ist aber keinesfalls unmöglich, die eigenen Wünsche und Vorstellungen auch in diesem verrückt spielenden Markt umzusetzen.

Natürlich ist allgemein zu beobachten, dass die Preise nach wie hoch sind und und wohl auch noch eine gute Zeit bleiben werden. Deswegen, weil die Nachfrage hoch ist und deswegen, weil die Kosten ganz immens gestiegen sind und weiter steigen. Das trifft für Grundstückspreise, Steuern, Löhne und Materialkosten gleichermaßen zu.

Das geschilderte Szenario ist der Hintergrund, vor dem sich eine Entwicklung vollzieht, die nicht wünschenswert ist: Bedingt durch den allgemeinen Stress, die oftmals schon anzutreffende regelrechte Panik der Marktteilnehmer, wird der Ton der Verkaufsgespräche rauher – vorsichtig beschrieben.

Schon bei der Vereinbarung von simplen Besichtigungsterminen wird aggressiv um Wochenend- und Abendtermine gestritten. Und es wird kein Verständnis dafür gezeigt, dass es bei bewohnten Immobilien notwendig ist, das Einverständnis der Nochnutzer zu erlangen. Der Gipfel der „Streitkultur“ wird dann erreicht, wenn es zum Preisgespräch kommt. Da ist dann wirklich beinahe jedes Argument, mag es nun zutreffen sein oder nicht, recht, um zum Teil vollkommen absurde Angebote zu begründen.

Man kann sich fragen, warum wir dieses Thema zum Inhalt dieser Kolumne gemacht haben. Die Antwort ist recht simpel: Wir möchten dafür sensibilisieren, dass durch oben geschildertes Vorgehen das Gegenteil vom erwünschten Resultat erreicht wird.

Wir raten zu einer Konzentration auf sachliche Fragen und Inhalte. In einem freundlichen Gespräch erreichen Sie Ihre Ziele schneller und angenehmer. Bereiten Sie sich auf die Gespräche vor – machen Sie sich Notizen zu Ihren Absichten, Wünschen und Fragen. Und vergessen Sie nicht die Allgemeine Bonitätszusage Ihrer Bank, denn damit können Sie schriftlich nachweisen, dass Sie Ihren Kaufwunsch auch bezahlen können. Makler und Verkäufer (die Eigentümer der Verkaufsobjekte) nehmen Sie als ernsthaft Suchenden wahr.

Wir können mit unserem Hinweis auf Verbesserungsmöglichkeiten bei der Kommunikation keine zusätzlichen Objekte beschaffen, aber dazu beitragen, dass die vorhandenen in angenehmer Atmosphäre ihren glücklichen neuen Eigentümer finden.

Wolfgang Kartheuser

Wolfgang Kartheuser


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