Brexit – na und?

Trifft der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU den deutschen Immobilienmarkt?
… und wenn ja: WIE?

In einer vollständig konfusen und daher für den normalen britischen Staatsbürger vollkommen unübersichtlichen Situation hat sich die Mehrheit der Briten für einen Ausstieg aus der EU entschieden. Dass es bei dieser Entscheidung ursprünglich ausschließlich um Machtpolitik und eben nicht um die Entscheidung über den eigentlichen Austritt handelte, war keinem der Wähler wirklich klar.

Das wird absolut deutlich, wenn man das große Bedauern einer Vielzahl der Engländer glaubt, die nach der Wahl unter Tränen gestanden, dass sie nicht zur Wahl gegangen sind, weil doch klar war, dass die meisten dagegen stimmen werden.

Falsch gedacht!

Auch wenn die Engländer auf dem Weg ” Weg von Europa ” die Schotten verlieren, werden Sie ihren volkswirtschaftlich gefährlichen Weg weitergehen. Theresa May wird sich die persönliche Genehmigung dazu bei den Neuwahlen am 08.Juni geben lassen.

Großbritannien hat einen sehr starken Dienstleistungssektor, der für einen großen Teil des Bruttosozialproduktes verantwortlich ist. Noch. Dass sich das ändern wird, ist jetzt schon klaregal wie die Austrittsvereinbarungen ausgehen. Viele dieser Dienstleister sind im Finanzsektor tätig. Viele dieser Firmen überlegen, ob sie ihren Standort nach Deutschland, sprich Frankfurt verlagern sollen (… oder müssen ), denn viele europaweit tätige Firmen wollen und müssen ebenfalls verlagern. Deren Kunden leben, arbeiten und kaufen demnächst nicht mehr in GB, so wie es aussieht.

Hunderttausende von EU – Ausländern werden derzeit noch im Königreich geduldet; es hat den Anschein, als ob das bald vorbei sein wird. Hunderttausende qualifizierter Arbeitskräfte werden mehr und mehr ihren Wohnsitz und Arbeitsort nach Zentraleuropa verlegen.

Sogar die auf der Insel sehr erfolgreichen Handwerker aus dem Ausland denken schon darüber nach, wer sie denn demnächst noch beschäftigen und bezahlen kann.

Wir wollen weder den Teufel an die Wand malen oder gar Panik verbreiten… nur trotzdem ist klar, dass es zu ” Wanderbewegungen ” von Firmen und Mitarbeitern kommen wird.

… und Menschen, die wandern kommen irgendwann einmal an und wollen Wohnen … und an dieser Stelle sind wir mitten in dem Thema, das unseren Markt betrifft. Der jetzt schon knappe Bestand an gut vermiet – und verkaufbaren Einheiten wird weiter strapaziert. Die Nachfrage wird auf jeden
Fall steigen und die Preise werden das wachsende Missverhältnis von Angebot und Nachfrage abbilden.

So kommt zu der äußeren Migration die innereuropäische hinzu. Erstere verknappt den einfachen Wohnraum und die britische wirkt sich in wertvolleren Segmenten aus.

Was dadurch auf jeden Fall ganz klar wird ist die absolute Notwendigkeit zur Schaffung eines deutlich vergrößerten Angebotes – für die bisherigen Marktteilnehmer und die neuen Nachfrager. Dies wäre eine große Chance, den im Ausland stark kritisierten deutschen Exportüberschuss, bzw. des –
sen Gegenwert in Wohnungs – bzw. Wohnungsbauförderung zu investieren.

Man könnte nun einwenden, dass von der dargestellten Entwicklung vielleicht Frankfurt oder Berlin und Düsseldorf betroffen sein werden, aber doch nicht die sog. Provinz. Das ist zunächst auch richtig, aber der Nachfrager, der in Frankfurt nicht das richtige bekommt, weicht nach Berlin oder Düsseldorf
aus und der dort nicht fündig wird, sucht in Ratingen und schon wird der Wohnungsmarkt in Heiligenhaus, Wülfrath und Velbert interessant.

Auf jeden Fall werden wir Auswirkungen zu spüren bekommen. Nicht nur im Wohnungsmarkt. Der gewerbliche und industrielle Sektor wird dann ebenfalls betroffen werden, wenn Produktions – und Handelunternehmen wegen möglicher neuer Zollschranken und – nachteile ihren Standort ausserhalb und
innerhalb der EU überdenken müssen.

So klein ist die Welt.

Wolfgang Kartheuser

Wolfgang Kartheuser


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